


Das Projekt M6, das sind 58 Kilometer Autobahn, von Budapest der Donau folgend bis zur Stahlmetropole Dunaujvaros. Während des Baus wurden über zwölf Millionen Kubikmeter Erde bewegt. Das entspricht über einer Million LKW-Ladungen, die von A nach B transportiert wurden. Durch solche logistischen Meisterleistungen rollt nach weniger als zwei Jahren Bauzeit bereits seit Juni 2006 der Verkehr trotz Schneestürmen im Winter und Überflutungen der Donau im Frühjahr. Endlich müssen sich LKW nicht mehr im Schritttempo über die Schlaglöcher der parallel verlaufenden Bundesstraße N6 quälen. Die wölbte sich bereits unter der Last der schwer beladenen Brummer, die sich Richtung Budapest und zurück stauten. Der Bau der Autobahn war auch entscheidend für das südkoreanische Hankook-Werk, das vor den Toren von Dunaujvaros seine größte europäische Reifenfabrik errichten wird. Die neue Verkehrsader initiiert einen wirtschaftlichen Aufschwung der Region, sagt Speer. Zulieferer des Reifenherstellers dürften sich ebenfalls entlang der Strecke ansiedeln und vom Flughafen Ferihegy im Südosten von Budapest gelangt man jetzt schneller nach Süden sommers wie winters.
Beispielhaftes Konzept für andere Länder
In dieser Dezembernacht, um zwei Uhr früh, bewahrheitet sich István Fricskas Vorahnung. Der Regen verwandelt sich in heftigen Schneefall. Im Winter sinkt das Thermometer in der Gegend bisweilen unter minus 15 Grad Celsius. Fricskas Truppe ist für diese Wetterextreme bestens gerüstet: Zehn Trucks mit Schneepflügen stehen bereit, im Lager liegen 2.800 Tonnen Natriumchlorid und 25 Tonnen Kalziumchlorid auf Vorrat. Winterdienst bedeutet 24 Stunden wachsam zu sein, ständig die Wettervorhersage zu kontrollieren. Für die acht Mitarbeiter in den Ruheräumen des O&M heißt es jetzt: aufstehen, umziehen, die schweren gelben Streufahrzeuge startklar machen, Warnleuchten an, Tore auf und ausrücken. In 20 Minuten sind alle auf der Strecke. Die Hälfte der Fahrzeuge startet nach Süden, die andere nach Norden.
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