In Europa steigt der Hunger nach Energie. Dank neuer Verfahren und höherer Temperaturen arbeiten Kraftwerke immer effizienter.
Text: Claudia Sigel, Fotos: Ralf Bille
Die Energiewirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Experten rechnen in Europa mit einem kräftig steigenden Energiebedarf. So soll die Stromnachfrage bis 2030 voraussichtlich um rund 35 Prozent wachsen. Allein schon diese Prognose legt den Bau neuer Kraftwerke nahe. Hinzu kommt besonders in Deutschland das hohe Alter vieler Anlagen sowie der geplante Ausstieg aus der Kernenergie. Die Folge: Der aktuelle Bedarf an neuen Kraftwerken ist um ein Vielfaches höher als in den vergangenen Jahren.
Für Bilfinger Berger Power Services – unter diesem Dach sind renommierte Unternehmen wie Babcock Borsig Services (BBS) und Essener Hochdruck Rohrleitungsbau (EHR) zusammengefasst – bedeutet das eine Verdoppelung des Marktvolumens. Insgesamt summieren sich die anstehenden Neubauprojekte in der Europäischen Union auf eine Kapazität von rund 130.000 Megawatt – mehr als in Frankreich an Strom produziert wird. In Deutschland sprechen die Stromerzeuger im Moment von Erweiterungen und Neubauten in einem Umfang von über 20.000 Megawatt. Dabei handelt es sich vorwiegend um Kraftwerke für Braun- und Steinkohle. Neben den Neubauten stehen zahlreiche Modernisierungsprojekte an. Vielfach lohnt auch nach dreißig Jahren Laufzeit noch der umfassende Austausch von Komponenten wie Kohlemühlen, Brenner oder Dampferzeuger.